Es gibt Schlimmeres als dies - Eine Frage des Geschmacks

Ein offenes Hilfegesuch aus Chemnitz

In der Chemnitzer Subkulturszene tut sich etwas. Genauer: In der Reitbahnstraße 84. Die Initiative "Reba Ja!" sucht einen Anwalt, um die (Un)Rechtmäßigkeit der Mietvertragskündigung mit dem bisherigen Betreiber, dem Verein zur Wiederbelebung kulturellen Brachlands, überprüfen zu lassen. Dies lässt die Überschrift der Pressemitteilung vermuten. Doch scheint es mehr zu sein: Der Wille zum "konstruktiven Dialog" mit der Stadt ist ebenfalls vorhanden und neue Akteure könnten mit neuen (alten) Ideen vielleicht die festgefahrenen Fronten in den Verhandlungen wieder auflockern. Es scheint mir der Wunsch nach einem Dialog auf Augenhöhe zu sein, der durch die juristische Klärung nicht unterwandert, sondern untermauert wird. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt: Totgesagte leben bekanntlich länger. Das gilt nicht nur für Chemnitz, sondern vielleicht auch für das ExKa.

Loading mentions Retweet
Filed under  //   chemnitz  

Comments [0]

Geburtstagsfeierimpressionen ohne Leute, mit Thekla

Ich habe vergessen meine Geburtstagsfeiergäste zu fragen, ob ich Fotos von ihnen veröffentlichen darf, um mir auf ihre Kosten einige Lacher zu ergaunern. Nun muss ich selbst arbeiten, Atmosphäre ohne Leute generieren. Es folgen: Einige Fotos ohne Menschen und ein Video meiner Lieblingsgeburtstagsfeierband Thekla - die im Übrigen am 9.4. im Südbahnhof die Menge rocken wird. (Man möge die schlechte Soundqualität des Videos - die allerdings trotzdem noch besser als die der Myspace-Songs ist - entschuldigen!)
Vielen Dank an:
Sören, dass er wieder gemeinsam mit mir feierte, all die Helfer, die vor, während und nach der Party mitarbeiteten, Thekla & natürlich unsere Gäste.

               

Loading mentions Retweet
Filed under  //   This is awsome dude  

Comments [0]

Die Gutmenschtaktik der GGG

Irgendwann kommt der Punkt, an dem man Farbe bekennen muss.
Meiner ist jetzt gekommen. Für Gregor Eichhorn war es schon letzte Woche soweit, als er sich in der "Zeit" äußerte.

Es geht um Lebensgefühl, gefühlte Kälte, die geförderte Abwesenheit eines Versuchs von Subkulturförderung und eine gefühlskalte Tatsache:
Die GGG spielt nicht fair. Die GGG ist ein Spielverderber - und das sollte sich auch der Betreiber des Spielemuseums, Peter Lemcke, überlegen, der am Donnerstagmittag zusammen mit dem Vorstand der GGG die Reitbahnstraße 84 besichtigt.

Seit Jahren verzweifeln Initiativen jeglicher Art am Gewinnstreben der städtischen Grundstücks- und Gebäudewirtschaftsgesellschaft. Die Wiederbelebung des Brühls erstarb ebenso wie das Experimentelle Karree in jener Reitbahnstraße 84, die am Donnerstag vielleicht einen neuen Mieter findet. Bürgerschaftliches Engagement, aus der Mitte der Bevölkerung für ein lebendigeres Stadtbild und mit Mehrwert für alle Chemnitzer, unterlag der Gewinnmaximierung einer Kapitalgesellschaft deutlich. Dass die Untätigkeit des Kämmerers - in letzterem Fall - nicht unwesentlich für das Scheitern des Experiments noch vor dem Versuchsaufbau war, steht natürlich auf dem selben Blatt, nur an anderer Stelle.

Eines ist aber klar: die GGG muss punkten. Ihr Image: spätestens seit einem MONITOR-Beitrag auf historischem Tiefstand. Nach den Lachern für den städtebaulichen Reinfall droht ihr nun auch noch die Schelte für soziales Missmanagement. Wenn das Experimentelle Karree am 30.06. scheitert, wird es wohl der letzte Versuch gewesen sein, etwas Wohlfühlen in diese karge Stadtlandschaft zu zaubern. Wer sich dann noch hier in dieser Stadt engagiert, ist selbst schuld.

Und wer all diese Entwicklungen verfolgte, konnte zumindest eines erkennen: Die GGG holt sich nun mit dem Chef des Spielemuseums den für sie besten Hengst, der im Stadtgebiet seine Runden zieht, in ihren Stall. Lemcke selbst ist laut Presseberichten auch kein unbeschriebenes Blatt. Das Chemnitzer Landgericht sah es im Juni 2009 als erwiesen an, dass er versucht habe, Ausstellungsstücke in seinen Privatbesitz zu übertragen. Gegen dieses Urteil ging er in Revision. Trotzdem wird eines deutlich: auch er muss punkten. Und tut es - mit der Aussicht auf ein zentrumsnahes, kinderfreundliches Museum - im sozialen Sektor, fände dort in der GGG sein Gegenstück: eine Zweckehe, die glücklicher nicht sein könnte.

Festzuhalten bleibt: Das Spielemuseum zahlt im jetzigen Domizil keine Miete, trotz persönlicher Differenzen mit dem Vermieter. Für sein Archiv jedoch sehr viel: 25.000 € Nachzahlung seit Jahresanfang stehen aufgrund der Zwangsverwaltung des Gebäudes an. Doch diese Forderung ist fix und unabhängig vom Museum – und die Möglichkeit der gütlichen Einigung mit dem Zwangsverwalter besteht trotz allem. Es bleibt die Frage: Wie günstig müsste das Preismodell einer GGG sein, um Mietfreiheit zu unterbieten? Und sollte es so günstig sein, müsste sich diese GGG vorwerfen lassen, dass sie das Experimentelle Karree nicht nur aus marktwirtschaftlichen, sondern auch aus ideologischen Gründen scheitern ließ.

Jeder - wirklich jeder - sollte sich fragen, ob er eine derartige Farce billigen kann. Wer es nicht kann, erhebe seine Stimme!
Ich erhebe meine.

Nachtrag:

An jenem Donnerstag war Spielemuseums-Chef Peter Lemcke nach meinen Informationen nicht anwesend. Nur Bürgermeisterin Lüth, Simone Kalew und Prokuristen der GGG sahen sich das Gebäude an und und unterhielten sich über mögliche Umgestaltungen. Einer der ebenfalls anwesenden Mieter drückte daraufhin auch verbal sein Missfallen über diesen Affront aus.

 

 

 

 

 

Loading mentions Retweet
Filed under  //   Chemnitz   Life changing moments  

Comments [4]

Wir haben hier schöne Museen.

Ich bin verstimmt. Henryk M. Broder ist schuld. Seinen Vortrag zur "Kritik der reinen Toleranz" am Montag werde ich nicht hören können. Ich bin nicht da. Trotzdem kein Grund die Vorberichterstattung in den lokalen Medien außer Acht zu lassen.

Katharina Leuoth interviewte in der heutigen Ausgabe der Freien Presse den sehr streitbaren Herrn und führte gleichzeitig die Marketingmaßnahmen der CMT ad absurdum.

Broder: "... Gibt es in Chemnitz nette Cafés?"

Freie Presse: "Wir haben hier schöne Museen."

Broder: "Ins Museum gehe ich nur, wenn es regnet."

Hoffen wir also gemeinsam, dass es am Montag aus Eimern schütte und Herr Broder im Museum Schutz suchend (und sich - mangels Alternativen - darin umsehend), die Stadt in positiver Erinnerung behalten möge.

(Da ich die Freie Presse heute lediglich in der Stadtbibliothek las, kann ich den Dialog leider nur aus dem Gedächtnis wiedergeben. Für kleine wörtliche Abweichung möchte ich mich deshalb entschuldigen.)

Loading mentions Retweet
Filed under  //   Chemnitz   Presseschau  

Comments [0]

via twidroid

Loading mentions Retweet
Filed under  //   Life changing moments   This is awsome dude  

Comments [1]

Mahnwache auf dem Brühl

Auf dem Chemnitzer Brühl-Boulevard versammelte sich heute eine Menschenmenge, um mit einer Schweigeminute den Opfern des Stadtumbaus zu gedenken. Mehr als 100 Personen und damit circa 3% der mobilen Chemnitzer Bevölkerung¹ waren dem Aufruf des Aktionsbündnisses für urbanes Stadtleben gefolgt. Ein anonymer Redner beendete die Stille schließlich mit der Aufforderung an das Ministerium für Stadtsicherheit "die Umwandlung der Stadt in ein Industriekombinat² aufzugeben und der innerstädtischen Transitmentalität entgegen zu wirken."

Im Anschluss daran wurde der Menge Glühwein ausgeschenkt. Inzwischen eingetroffene Einsatzkräfte sahen sich dadurch in die Lage versetzt die öffentliche Beeinträchtigung nach $13 der Polizeiverordnung aufzulösen. Fraglich bleibt deshalb, ob ein wirkungsvolles Zeichen gegen galoppierenden Häuser- und Bevölkerungsschwund gesetzt werden konnte³.

Zwei Bilder.

1 Unbestätigten Aussagen eines Mitarbeiters des Einwohnermeldeamtes zufolge leben in Chemnitz lediglich 10.000 Menschen. Die Differenz dieser Zahl zu offiziellen Statistiken würde sich gleichermaßen in Karteileichen und Beschönigung gliedern.

2 Hartmann, R.: "Leben im Kontext der Industriegesellschaft. Ganzheitliche Bindung des Proletariats an den Betrieb - von der Krippe bis zur Bare"

3 Ich glaube, dass ich das schreiben muss: Satire.

Loading mentions Retweet
Filed under  //   Chemnitz  

Comments [0]

Brühl, 15 Uhr am 14.2.

via twidroid

Loading mentions Retweet
Filed under  //   Chemnitz  

Comments [1]

Brühl, 14 Uhr am 14.2.

via twidroid

Loading mentions Retweet
Filed under  //   Chemnitz  

Comments [0]

Mikro statt Makro im Reitbahnviertel

EFRE-Gelder für kleine Projekte warten auf Abruf. Eine Stadtteilzeitung entsteht.

Im Reitbahnviertel können auch im Jahr 2010 Mikroprojekte von Bürgern oder Vereinen, die der kulturellen und sozialen Entwicklung des Stadtteils dienen, gefördert werden. Die nötigen Mittel stammen aus dem Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Katrin Stenzel vom Stadtteiltreff in der Reitbahnstraße 32 berät Interessenten zu den Fördermodalitäten. Außerdem plant sie mit Hilfe der Anwohner eine Stadtteilzeitung, die über Entwicklungen im Viertel berichten soll.

Im Stadtteiltreff, der vom AWO Kreisverband Chemnitz und Umgebung e.V. betreut wird, sind die Entwürfe für das Logo und die Namensvorschläge an eine Tafel geheftet. Die Vorschläge stammen von Anwohnern und werden im Stadtteilgremium, das am 10.2. tagt, diskutiert. Katrin Stenzel sucht außerdem nach engagierten Chemnitzern, die sich mit Artikeln einbringen möchten.

Die Wände des Stadtteiltreffs zieren außerdem Drucke des Projektes „Druck dein Viertel“ der Künstlergruppe Outark. „Das haben sie als Dokumentation gemacht. In dem Projekt wurden Fotos vom Viertel auf zwei Farben reduziert und anschließend auf Kleidungsstücke gedruckt.“, sagt Frau Stenzel. Dokumentationen der anderen im Jahr 2009 durchgeführten Projekte finden sich ebenfalls in diesem Raum. Dies waren u.a. eine Lesung des Kultur und Kunstvereins Beseder, ein 2-wöchtentlich stattfindender Sonntagsbrunch, eine Fahrradselbsthilfewerkstatt und die „Galerie im Fenster“, die den Autofahrern während einer Rotphase und den Fußgängern am Bernsbachplatz aufgefallen sein dürfte.

Auffällig ist außerdem, dass die Hälfte der Projekte von Akteuren durchgeführt wurden, die dem Wirkungskreis des Vereins Experimentelles Karree (ExKa e.V.) zuzurechnen sind. Der ExKa e.V. musste allerdins im Jahr 2009 bereits zugewiesene EFRE-Gelder für sein Großprojekt ablehnen, nachdem durch die Grundstücks- und Gebäudewirtschaftsgesellschaft mbH (GGG) keine ausreichende Standortsicherheit für das Karree am ehemaligen Kinderkaufhaus Reitbahnstraße 84, 82 und 80 gewährleistet werden konnte. Weiterhin auffällig ist hier, dass die Zuweisung der EFRE-Gelder für das Reitbahnviertel, die nun u.a. in Mikroprojekte fließen, auf der Basis eines von der Stadt Chemnitz bei Stadtplanern in Auftrag gegebenen (und 2008 vom Stadtrat beschlossenen) integriertem Handlungskonzepts für das Reitbahnvierel gewährt wurden, welches als einen wesentlichen Bestandteil das Projekt „Experimentelles Karree“ enthielt.

Am 4. Januar 2010 wurde dem Verein Wiederbelebung Kulturrellen Brachlandes (WKB), der derzeit das Wohnprojekt ReBa 84 betreut, die Nutzungsgenehmigung für die Räumlichkeiten des ehemaligen Kinderkaufhauses, Reitbahnstraße 84, mit Wirkung zum 30.6.2010 seitens der GGG gekündigt. Der WKB hatte zuvor mit dem ExKa einen Kooperationsvertrag für die Nutzung des Gebäudes für das Experimentelle Karree geschlossen. Durch die Kündigung wird das Experimentelle Karree allerdings nicht an diesem Standort stattfinden können und der oben verlinkte Stadtratsbeschluss wird nicht umgesetzt.

Loading mentions Retweet
Filed under  //   Anpacken   Chemnitz  

Comments [0]

#Loboismus

Lo|bo|is|mus, der, -: <nach dem dt. Werber Sascha Lobo> mäßig lustiges Wortspiel, das aufgrund der Reputation des Senders einen Großteil der Empfänger zur Beifallsbekundung animiert.

 

Loading mentions Retweet
Filed under  //   Web 2.0-Stuff  

Comments [0]