Aus dem Nähkästchen...

oder: weshalb ich derzeit größtenteils Werbung twittere.

Ich habe einige Projekte gefunden, die ich für bewerbenswert halte und bei denen ich teilweise sogar dafür entlohnt werde.

Beispiel 1: Sommerakademie Chemnitz oder: Die Qual der Wahl. Ich bin Koordinator der Öffentlichkeitsarbeit. Falls jemand etwas zur Öffentlichkeitsarbeit sagen möchte, kann er/sie das hier gern tun.

Das Workshopangebot ist super und ich kann mich selbst nur schwer zwischen Kurzfilm, Streetart und kreativem Schreiben entscheiden. Beatboxing ist für den Einsatz bei Poetry Slams natürlich auch nicht zu verachten.

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Beispiel 2: Kunst kombinieren. Die besten Kunst-Partys seit (hier beliebigen Zeitpunkt einsetzen): Die Leute sind super, die Gäste sind super, die Partys sind super.

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Zum poet|bewegt (Bewerbungsfrist endet bald) und zu Reba Sí (public doing - die offenen Freitage) demnächst mehr auf Twitter.

Die Gutmenschtaktik der GGG

Irgendwann kommt der Punkt, an dem man Farbe bekennen muss.
Meiner ist jetzt gekommen. Für Gregor Eichhorn war es schon letzte Woche soweit, als er sich in der "Zeit" äußerte.

Es geht um Lebensgefühl, gefühlte Kälte, die geförderte Abwesenheit eines Versuchs von Subkulturförderung und eine gefühlskalte Tatsache:
Die GGG spielt nicht fair. Die GGG ist ein Spielverderber - und das sollte sich auch der Betreiber des Spielemuseums, Peter Lemcke, überlegen, der am Donnerstagmittag zusammen mit dem Vorstand der GGG die Reitbahnstraße 84 besichtigt.

Seit Jahren verzweifeln Initiativen jeglicher Art am Gewinnstreben der städtischen Grundstücks- und Gebäudewirtschaftsgesellschaft. Die Wiederbelebung des Brühls erstarb ebenso wie das Experimentelle Karree in jener Reitbahnstraße 84, die am Donnerstag vielleicht einen neuen Mieter findet. Bürgerschaftliches Engagement, aus der Mitte der Bevölkerung für ein lebendigeres Stadtbild und mit Mehrwert für alle Chemnitzer, unterlag der Gewinnmaximierung einer Kapitalgesellschaft deutlich. Dass die Untätigkeit des Kämmerers - in letzterem Fall - nicht unwesentlich für das Scheitern des Experiments noch vor dem Versuchsaufbau war, steht natürlich auf dem selben Blatt, nur an anderer Stelle.

Eines ist aber klar: die GGG muss punkten. Ihr Image: spätestens seit einem MONITOR-Beitrag auf historischem Tiefstand. Nach den Lachern für den städtebaulichen Reinfall droht ihr nun auch noch die Schelte für soziales Missmanagement. Wenn das Experimentelle Karree am 30.06. scheitert, wird es wohl der letzte Versuch gewesen sein, etwas Wohlfühlen in diese karge Stadtlandschaft zu zaubern. Wer sich dann noch hier in dieser Stadt engagiert, ist selbst schuld.

Und wer all diese Entwicklungen verfolgte, konnte zumindest eines erkennen: Die GGG holt sich nun mit dem Chef des Spielemuseums den für sie besten Hengst, der im Stadtgebiet seine Runden zieht, in ihren Stall. Lemcke selbst ist laut Presseberichten auch kein unbeschriebenes Blatt. Das Chemnitzer Landgericht sah es im Juni 2009 als erwiesen an, dass er versucht habe, Ausstellungsstücke in seinen Privatbesitz zu übertragen. Gegen dieses Urteil ging er in Revision. Trotzdem wird eines deutlich: auch er muss punkten. Und tut es - mit der Aussicht auf ein zentrumsnahes, kinderfreundliches Museum - im sozialen Sektor, fände dort in der GGG sein Gegenstück: eine Zweckehe, die glücklicher nicht sein könnte.

Festzuhalten bleibt: Das Spielemuseum zahlt im jetzigen Domizil keine Miete, trotz persönlicher Differenzen mit dem Vermieter. Für sein Archiv jedoch sehr viel: 25.000 € Nachzahlung seit Jahresanfang stehen aufgrund der Zwangsverwaltung des Gebäudes an. Doch diese Forderung ist fix und unabhängig vom Museum – und die Möglichkeit der gütlichen Einigung mit dem Zwangsverwalter besteht trotz allem. Es bleibt die Frage: Wie günstig müsste das Preismodell einer GGG sein, um Mietfreiheit zu unterbieten? Und sollte es so günstig sein, müsste sich diese GGG vorwerfen lassen, dass sie das Experimentelle Karree nicht nur aus marktwirtschaftlichen, sondern auch aus ideologischen Gründen scheitern ließ.

Jeder - wirklich jeder - sollte sich fragen, ob er eine derartige Farce billigen kann. Wer es nicht kann, erhebe seine Stimme!
Ich erhebe meine.

Nachtrag:

An jenem Donnerstag war Spielemuseums-Chef Peter Lemcke nach meinen Informationen nicht anwesend. Nur Bürgermeisterin Lüth, Simone Kalew und Prokuristen der GGG sahen sich das Gebäude an und und unterhielten sich über mögliche Umgestaltungen. Einer der ebenfalls anwesenden Mieter drückte daraufhin auch verbal sein Missfallen über diesen Affront aus.